Das Cover ist fertig!

Leila hat das Cover fertig. Wir haben lange überlegt und herumprobiert, wie wir das Cover gestalten. Ich wollte kräftige Farben, die Malerei naiv oder sogar abstrakt gehalten und ein lebendiges Bild. Kann man so leicht sagen – im Grunde wusste ich selbst nicht so genau, was ich wollte. Leila hat dann auch noch ihre Ideen eingebaut und auch ihre Farbvorstellung. Das Cover ist nun in einem Olivgrün gehalten. Darauf zu sehen natürlich auch die Gans. Und der Adler.
Die Texte hab ich auch nochmal überarbeitet, die Formatierung ebenfalls. Ja, und jetzt ist es im Druck. Wie ich mich kenne, wird das erste Probeexemplar noch nicht die Endversion sein. Aber lassen wir uns überraschen!

Eugen Roth

Buch

Ich habe es noch nicht erwähnt, aber ich bin ein großer Fan von Eugen Roth. Ein echter Fan. Und zwar schon seit vielen, vielen Jahren. Kein anderer Dichter versteht es in dichterischer Form den Menschen so zu erheitern und die Dinge so auf den Punkt bringen. Als ich gerade nach ihm und seinen Werken gegoogelt habe, bin ich auf folgende Gedichte gestoßen, die ich euch natürlich nicht vorenthalten möchte. Und nein, wir werden nicht darüber diskutieren und ich werde auch keine Abwandlung darüber schreiben. Wir werden sie einfach nur lesen, darüber schmunzeln und vielleicht sogar über das eine oder andere Gedicht nachdenken, weil es so zutreffend ist, weil wir uns dabei so ertappt fühlen.

Das Hilfsbuch

Ein Mensch, nicht wissend von „Mormone“
Schaut deshalb nach im Lexikone
Und hätt es dort auch rasch gefunden –
jedoch er weiß, nach drei, vier Stunden
Von den Mormonen keine Silbe –
Dafür fast alles von der Milbe,
von Mississippi, Mohr und Maus:
Im ganzen „M“ kennt er sich aus.
Auch was ihn sonst gekümmert nie,
Physik zum Beispiel und Chemie,
Liest er jetzt nach, es fesselt ihn:
Was ist das: Monochloramin?
„Such unter Hydrazin“, steht da.
Schon greift der Mensch zum Bande „H“
Und schlägt so eine neue Brücke
Zu ungeahntem Wissensglücke.
Jäh fällt ihm ein bei den Hormonen
Er sucht ja eigentlich: Mormonen!
Er blättert müd und überwacht:
Mann, Morpheus, Mohn und Mitternacht.
Hätt weiter noch geschmökert gern,
Kam bloß noch bis zum Morgenstern
Und da verneigte er sich tief
Noch vor dem Dichter – und – entschlief.

Verhinderter Dichter

Ein Mensch, zur Arbeit wild entschlossen,
Ist durch den Umstand sehr verdrossen,
Dass ihm die Sonne seine Pflicht
Und Lust zum Fleißigsein zersticht.
Er sitzt und schwitzt und stöhnt und jammert,
Weil sich die Hitze an ihn klammert.
Von seinem Wunsch herbeigemolken,
Erscheinen alsbald dunkle Wolken,
Der Regen rauscht, die Traufen rinnen.
Jetzt, denkt der Mensch, kann ich beginnen!
Doch bleibt er tatenlos und sitzt,
Horcht, wie es donnert, schaut, wie´s blitzt,
Und wartet, dumpf und hirnvernagelt,
Ob´s nicht am Ende gar noch hagelt.
Doch rasch zerfällt das Wettertoben –
Der Mensch sitzt wieder: Siehe oben!

Bescheidenheit

Ein Mensch möcht erste Geige spielen –
Jedoch das ist der Wunsch von vielen,
So dass sie gar nicht jedermann,
Selbst wenn er’s könnte, spielen kann:
Auch Bratsche ist für den der’s kennt,
Ein wunderschönes Instrument.

Der Zahnarzt

Nicht immer sind bequeme Stühle
Ein Ruheplatz für die Gefühle.
Wir säßen lieber in den Nesseln,
Als auf den wohlbekannten Sesseln,
Vor denen, sauber und vernickelt,
Der Zahnarzt seine Kunst entwickelt.
Der lächelt ganz empörend herzlos
Und sagt, es sei fast beinah schmerzlos.
Doch leider, unterhalb der Plombe,
Stößt er auf eine Katakombe,
Die, wie er mit dem Häkchen spürt,
In unbekannte Tiefen führt.
Behaglich schnurrend mit dem Rädchen
Dringt vor er bis zum Nervenfädchen.
Jetzt zeige, Mensch, den Seelenadel!
Der Zahnarzt prüft die feine Nadel,
Mit der er alsbald dir beweist,
Dass du voll Schmerz im Inneren seist.
Du aber hast ihm zu beweisen,
Dass du im Äußern fest wie Eisen.
Nachdem ihr dieses euch bewiesen,
Geht er daran, den Zahn zu schließen.
Hat er sein Werk mit Gold gekrönt,
Sind mit der Welt wir neu versöhnt
Und zeigen, noch im Aug die Träne,
Ihr furchtlos wiederum die Zähne,
Die wir – ein Prahlhans, wer’s verschweigt –
Dem Zahnarzt zitternd nur gezeigt.

Der Urlaub

Ein Mensch, vorm Urlaub, wahrt sein Haus,
Dreht überall die Lichter aus,
In Zimmern, Küche, Bad, Abort –
Dann sperrt er ab, fährt heiter fort.
Doch jäh, zu hinterst in Tirol,
Denkt er voll Schrecken: »Hab ich wohl?«
Und steigert wild sich in den Wahn,
Er habe dieses nicht getan.
Der Mensch sieht, schaudervoll, im Geiste,
Wie man gestohlen schon das meiste,
Sieht Türen offen, angelweit.
Das Licht entflammt die ganze Zeit!
Zu klären solchen Sinnentrug,
Fährt heim er mit dem nächsten Zug
Und ist schon dankbar, bloß zu sehn:
Das Haus blieb wenigstens noch stehn!
Wie er hinauf die Treppen keucht:
Kommt aus der Wohnung kein Geleucht?
Und plötzlich ist’s dem armen Manne,
Es plätschre aus der Badewanne!
Die Ängste werden unermessen:
Hat er nicht auch das Gas vergessen?
Doch nein! Er schnuppert, horcht und äugt
Und ist mit Freuden überzeugt,
Dass er – hat er’s nicht gleich gedacht? –
Zu Unrecht Sorgen sich gemacht.
Er fährt zurück und ist nicht bang. –
Jetzt brennt das Licht vier Wochen lang.

Die Macht des ersten Satzes

Wenn ich ein Buch kaufe, dann lese ich vorab immer erst den Klappentext. Aber nicht nur diesen. Sondern auch die ersten Sätze. Und die sind es, die tatsächlich entscheiden, ob ich das Buch kaufe. Denn wenn mich der erste Absatz schon so fesselt, dass ich es nicht mehr aus der Hand legen möchte, dann ist das Buch genau das richtige für mich.

Es gibt viele Buchanfänge, die berühmt geworden sind. Die einem im Ohr klingen, weil sie so genial sind. Hier habe ich ein paar Beispiele für euch:

  1. »Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheuren Ungeziefer verwandelt.«
    Franz Kafka, Die Verwandlung
  2. »Alle Kinder, bis auf einen, werden erwachsen.«
     J.M. Barrie, Peter Pan
  3. »Euch kann ich’s ja ruhig sagen: Die Sache mit Emil kam mir selber unerwartet. Eigentlich hatte ich ein ganz anderes Buch schreiben wollen.«
    Erich Kästner, Emil und die Detektive
  4. »Es ist eine allgemein anerkannte Wahrheit, dass ein alleinstehender Mann, der ein beträchtliches Vermögen besitzt, einer Frau bedarf.«
    Jane Austen, Stolz und Vorurteil
  5. »Er war ein alter Mann und er fischte allein in einem Boot im Golfstrom, und seit vierundachtzig Tagen hatte er keinen Fisch gefangen.«
    Ernest Hemingway, Der alte Mann und das Meer
  6. »Scarlett O’Hara war nicht eigentlich schön zu nennen.«
    Margaret Mitchell, Vom Winde verweht
  7. »Der Hirbel ist der Schlimmste von allen, sagten die Kinder im Heim.«
    Peter Härtling, Das war der Hirbel
  8. »Ilsebill salzte nach.«
    Günter Grass, Der Butt
  9. »Pierre Anthon verließ an dem Tag die Schule, als er herausfand, dass nichts etwas bedeutete und es sich deshalb nicht lohnte, irgendetwas zu tun.
    Wir anderen blieben.«
    Janne Teller, Nichts was im Leben wichtig ist

Ich werde die Liste mit Sicherheit noch fortsetzen, wenn ich auf neue Buchanfänge stoße, die mich beeindrucken …

Das Cover

Pinsel

Jetzt, da mein Buch lektoriert ist, geht es zum nächsten Schritt: Das Cover!
Hier habe ich mich entschlossen, meine Freundin Leila Morgenstern – ihres Zeichens Künstlerin und Illustratorin – das Cover gestalten zu lassen. Wir haben uns getroffen und besprochen, welche Gestaltungsmöglichkeiten es gibt, welche Farben wir nehmen könnten und in welche Kunstrichtung es gehen soll. Nun warte ich gespannt auf die ersten Ergebnisse.
Hier der Beginn der Geschichte – sozusagen die Geschichte vor der Geschichte:

Die nächste Runde – Das Lektorat

Bleistifte

Mein Buch wurde mittlerweile lektoriert und nun mache ich die Korrekturen. Macht Spaß! Nicht zuletzt, weil es gar nicht so viel ist, wie erwartet, sondern auch, weil die Vorschläge meiner Lektorin Jessica Guaia nachvollziehbar und logisch sind. Denn man selbst sieht vieles nicht mehr. Ich bin das ganze Manuskript bestimmt zehnmal durchgegangen und trotzdem fand ich jedes Mal noch Rechtschreib- oder Grammatikfehler.

Für mich ist ein Lektorat ein echtes Muss. Wie oft hab ich schon Bücher gekauft, die schlecht lektoriert waren und vor Fehlern strotzen. Auch wenn man im Selbstverlag veröffentlicht, ist das ein Kostenpunkt, den man keinesfalls einsparen sollte.

Gedanken mache ich mir auch über den Titel. Soll ich ihn beibehalten? Oder soll ich ihn ändern?

Wenn ich mit dem Lektorat fertig bin, geht es ans Coverdesign. Ich habe schon eine vage Vorstellung, weiß aber noch nicht, wie ich diese einem Designer vermitteln kann.
Ja, es dauert, bis ein Buch tatsächlich fertiggestellt ist.

Auf jeden Fall bleibt es spannend.

Das Ei und die Fischpflanzerl

Kürzlich habe ich ja schon erzählt, dass ich auch die Anekdoten meiner Kinder niederschreibe. Und eben hab ich nachgeschlagen und folgende Geschichte gefunden, über die ich immer noch schmunzeln muss und die ich euch nicht vorenthalten möchte:

(Anekdote von 2010 – da war Pia 6 und Timo 8 Jahre alt)

Es ist Abend. Wir machen eine Brotzeit. Timo nimmt sich ein Ei, während Pia die Fischpflanzerl auf ihrem Teller hortet.
„Des Ei hat fei ein Huhn gelegt“, bemerkt die junge Dame und wendet sich schmatzend den Fischpflanzerln zu.
So, so…
„Ich frage mich, warum da kein Küken ausgebrütet worden ist, während es im Kochtopf war?“ Timo blickt mich erwartungsvoll an.
Stille. Ich überlege, wie ich clever antworte.
„Weißt Du, Timo, erstens brüten die Hühner die Eier aus – im Kochtopf ist es ja viel zu heiß. Und zweitens ist nicht jedes Ei befruchtet.“
„Aber es gibt doch auch Maschinen, die Eier ausbrüten“, wirft mein kluger Sohn ein. „Ich hab nämlich bei ‚Willi will’s wissen“ gesehen, dass dann hinterher die ganzen Küken aussortiert werden. Die schwarzen werden getötet, weil sie keine Eier legen können und die anderen dürfen leben.“
Wie ungerecht!
Pia hält inne und schnappt empört nach Luft.
„Des is ja sooo fies!!!“ Haucht sie angewidert. „Die töten die einfach! Stell Dir mal vor, die würden dir einfach den Kopf abschneiden!“
Wer spricht denn hier bitte von „Kopf abschneiden“???
Sie sieht mich an, als ob ich für diese Untaten verantwortlich wäre.
„Stell dir vor, die machen das mit DIR – was würdest du dann sagen?“
Vermutlich gar nichts mehr…
Ich schweige und warte auf die Fortsetzung des Redeschwalls.
„Ja, und so fühlen die sich auch. Die finden das nämlich auch nicht toll.“
Da bin ich mir ganz sicher.
Alles starrt auf die Eierschalen auf Timos Teller.
„Die Hühner sind arm, weil jeder will sie nur essen“, ergänzt sie mitleidig. „Die muss man doch nicht umbringen, man kann sie doch als Haustiere halten oder in die freie Wildnis lassen.“
Wildnis? Hier?
Timo gießt noch Öl ins Feuer: „Aus den armen schwarzen Küken machen die dann Chickenwings! Echt.“
Er genießt sichtlich sein enormes Halbwissen.
„Chickenwings!?!“ („Schiggenwinks“) Pia kriegt sich gar nicht mehr ein.
Ich überlege, wie ich die Situation rette.
„Aber Du isst doch auch ein Fischpflanzerl. Das ist aus Fisch – und der Fisch hat doch auch mal gelebt.“
Das Fischpflanzerl, das der Zwerg noch in der Hand hält, fällt auf den Teller.
„DU hast MIR gesagt, dass der Fisch tot war, als sie ihn rausgefischt haben!“, schnauzt sie mich erzürnt an.
Stimmt, ich sage immer, dass unser Fleisch stets von Tieren stammt, die eines natürlichen Todes – vorwiegend an Alterschwäche – gestorben sind.
„Äh, genau!“
Sie glaubt mir nicht mehr – ich seh’s an ihrem Blick.
„Ich meinte, den Rollmops.“
Ich deute auf das Rollmopsglas, in dem einsam ein Rollmops schwimmt – die anderen Rollmöpse sind zwei Tage zuvor von – na, von wem wohl? – Pia verspachtelt worden.
„Der hat noch gelebt?“ Pia japst empört nach Luft.
„Ja!“
Nur so wirke ich glaubwürdig.
„Den ess’ ich nie wieder!“ Sie blickt angewidert und entsetzt auf das Rollmopsglas.
Timo sagt nichts – ihm fehlen wohl die Worte…
Eine kurze kollektive Schweigeminute – dann greift Madam wieder nach ihrem Fischpflanzerl und beißt genüsslich hinein.
Somit ist das Thema erledigt und der Rollmops ist mein, nachdem mir schon die Fischpflanzerl nicht gegönnt waren!

Fertig

Geschafft! Die letzte Seite ist geschrieben, das Exposé ist rund und ich blicke stolz auf mein neuestes Werk. Draußen herbstelt es. Ich sitze an meinem Schreibtisch und atme tief durch. Endlich fertig! Das fühlt sich an, als ob ich ein Haus gebaut hätte und nun endlich einziehen könnte.

Aber langsam – zuerst muss ich erzählen, warum ich dieses Buch geschrieben habe:
In den letzten Jahren beschäftigte ich mich viel mit den Themen „Erfolg“, „Zielsetzung“, „Unternehmensführung“ und „Management“. Hierzu las ich unzählige Bücher (Sachbücher, Biografien, Fachliteratur, Parabeln, etc.). Und dabei stellte ich fest, dass ein Großteil meiner Lektüren einen gemeinsamen Tenor hatten.

Besonders gut gefallen mir die Bücher in Form einer Parabel. Diese Erzählform eignet sich bestens, um Wissen zu vermitteln. Ich liebe diese Art von Geschichten!

Tja, und dann fiel mit das Buch „Nichts. Was im Leben wichtig ist“ von Janne Teller in die Hände. Meine Tochter hatte dieses Buch in der Schule gelesen und es lag bei ihr im Zimmer herum. Eigentlich wollte ich es nur wegräumen, aber dann warf ich einen Blick hinein. Und mit jeder Zeile fand ich es spannender. Auch bei dieser Lektüre handelt es sich um eine Parabel. Als ich das Buch schließlich beendet hatte, dachte ich nach. Sollte ich auch ein Buch schreiben? Sollte ich mein Wissen, das ich aus oben genannten Büchern erworben hatte, in Form einer Parabel wiedergeben?

Gedacht, getan! So begann ich, meine Geschichte erst einmal zu skizzieren und eine mögliche Struktur zu aufzubauen, Figuren zu erschaffen und einen möglichen Verlauf der Erzählung zu erarbeiten.

Und dann fing ich an zu schreiben. Morgens bevor ich in die Arbeit fuhr – ich arbeite in München beim Bayerischen Fernsehen – und abends, nachdem ich wieder zuhause war. Meist war es noch dunkel wenn ich aufstand, um mich an den Schreibtisch zu setzen. Und abends, wenn ich mich wieder an den Computer begab, war ebenfalls oft schon die Nacht eingebrochen. Aber das störte mich nicht. Ich war gefangen in meiner Geschichte. Ich begann, mit den Figuren zu fühlen, mit ihnen zu hadern, mich mit ihnen zu freuen. Und da wusste ich, dass ich auf dem richtigen Weg war.

Ja, und nun ist sie fertig, meine Parabel.

Wie es weiter geht? „Schaun mer mal, dann sehn mer scho“, wie der Fußballkaiser Franz Beckenbauer zu sagen pflegte.

Mein Schreibtisch mit Blick auf den Garten
Mein Schreibtisch mit Blick auf den Garten